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Siena – Die Schöne der Toskana

Hausfassade am Campo in Siena

Menschen, die viel und gern reisen, sehen in ihrem Leben unzählige Orte und Landschaften. Es gibt bereiste Regionen, die man relativ schnell wieder vergisst, weil sie keinen besonderen oder markanten Eindruck hinterlassen.
Siena gehört mit Sicherheit nicht zu den Orten, die man schnell vergisst. Diese beeindruckende Stadt im südlichen Teil der Toskana zählt nicht umsonst zu den schönsten Plätzen in der Region. Die meisten Besucher sind sich sogar einig darüber, dass Siena die schönste historische Innenstadt von ganz Italien hat, wenn nicht sogar von ganz Europa.
Wer gut zu Fuß ist, der wird Siena in seiner ganzen Schönheit erlaufen können und vielleicht sogar müssen. Der vor Sehenswürdigkeiten und Schönheiten strotzende Ort liegt auf zahlreichen Hügeln verteilt. Die historische Altstadt liegt wie eine Spinne mit gotischen Wurzeln inmitten eines Netzes aus Straßen, deren Mittelpunkt von dem weltberühmten Piazza del Campo gebildet wird. Irgendwie scheinen wirklich alle Wege der Innenstadt und auch von den vielen Hügeln herab genau zu diesem von Einheimischen und Touristen gleichermaßen geliebten Platz zu führen. Die Schönheit und Bedeutung dieses Platzes eröffnet sich dem Touristen bereits auf den ersten Blick und man muss dafür nicht unbedingt zur Zeit des Palio, des berühmten Pferdewettkampfes in Siena weilen.
Siena mag im ersten Moment relativ klein wirken und im Vergleich zu Städten wie Florenz vielleicht auch weniger besucht sein, aber der zweite Blick offenbart schnell, warum diese zwei Städte bereits im Mittelalter um die Vorherrschaft in der Toskana gekämpft haben. Die Wahrzeichen dieses Machtanspruchs des 16. Jahrhunderts sind auch heute noch prächtig erhalten und nicht zu übersehen. Dazu gehören in erster Linie der Palazzo Pubblico und der 102 Meter hohe Torre del Mangia auf dem Campo.
Wer Siena wirklich kennenlernen und genießen möchte, der muss mehr Zeit einplanen als nur einen Tag. Allein im Dom von Siena kann man schon viele Stunden verbringen, ohne dass man behaupten kann, alle sehenswerten Kunststücke und architektonischen Highlights gesehen zu haben. Es kann passieren, dass man einige Zeit an der Schlange vor dem Dom zubringen muss, wenn der Besucherstrom in der Hochsaison seinen Gipfel erreicht. Aber selbst dieses Warten wird zum Augenschmaus, wenn man die Zeit nutzt und die vielen Sehenswürdigkeiten auf dem Piazza des Duomo in aller Ruhe aus der Ferne betrachtet, um sie später nach dem Dombesuch näher zu erkunden.
Im Inneren des Doms von SienaBeim Betreten des Domes fällt sofort der beeindruckende Fußboden auf, der aus verschiedenfarbigem Marmor besteht und dem gesamten Innenraum ein einzigartiges Flair gibt.

Die zahlreichen Malereien und Kunstwerke auf dem Rundgang durch den Dom lassen aber schnell selbst den faszinierenden Boden vergessen.

Wie schon erwähnt, nehmen sie sich genügend Zeit für den Besuch von Siena. Es gibt viel Sehenswertes und Schönes zu entdecken. Erklimmen sie auch mindestens einen der vielen Hügel, um diese Schöne der Toskana in ihrer vollständigen Pracht sehen und beurteilen zu können. Es lohnt sich.

Figuren am Dom

Torre Pendente: Der schiefe Turm von Pisa

Torre Pendente
Man muss unweigerlich an ihn denken, wenn man den Namen Pisa hört: Der schiefe Turm der toskanischen Stadt im Herzen von Italien hat Pisa zu Weltruhm verholfen. Dabei war dies natürlich nicht die ursprüngliche Absicht des Bauherrn Bonanno Pisano, der dieses heute weltbekannte Gebäude im Jahr 1173 aufbaute. Als Glockenturm geplant sollte das Bauwerk einfach nur einen funktionellen Anspruch erfüllen. Aber schon kurz nach Baubeginn begann sehr sichtbar die Neigung des Turmes und so wurden die Bauarbeiten relativ schnell wieder eingestellt.

Giovanni di Simone, ein weiterer Baumeister, wagte erst im Jahr 1272 den Weiterbau des Turmes. Er setzte die neuen Stockwerke so auf, dass sie wieder lotgerecht zum Untergrund standen und erhoffte sich damit eine dauerhafte Stabilisierung und Begradigung. Leider waren die Arbeiten nicht von Erfolg gekrönt – schon nach kurzer Zeit zeigte sich, dass der Turm weiter an Schieflage zunahm.

TurmSo blieb der Turm über viele Jahrhunderte in einer Schieflage, die ständig eine Bedrohung für das gesamte Bauwerk darstellte. Erst gegen Ende des 20. Jahrhundert gelang eine Stabilisierung des Turmes, die wahrscheinlich eine Rettung des Gebäudes über einige Hundert Jahre bedeutet. Seit mehr als 10 Jahren können nun wieder Touristen den Turm von Pisa ersteigen, wobei man die Anzahl der gleichzeitig im Turm befindlichen Besucher auf 30 Personen begrenzt.

Es ist schon ein einmaliger Anblick, wenn man den Pisaer Turm erstmalig sieht. Wie die vielen anderen Touristen schießt man zahlreiche Fotos von dieser Sehenswürdigkeit. Oftmals vergisst man vor lauter Begeisterung für diesen Platz in Pisa, dass es natürlich noch zahlreiche andere schöne Plätze und Gebäude in der toskanischen Stadt gibt. Ein Bummel durch die kulturell interessante Stadt ist natürlich ein MUSS. Pisa ist eine typisch italienische Stadt, deren Flair durch reichhaltige Kultur, Kunst und nicht zuletzt durch viele junge Menschen bestimmt wird. Die Stadt pulsiert und die vielen Studenten verleihen Pisa einen viel moderneren Anschein, als es der schiefe Turm auf den ersten Blick geben kann.

Viel Spaß auf dem Weg in die Toskana. Sie werden den Ausflug nach Süden nicht bereuen und wir werden uns noch in vielen Städten dieser italienischen Region treffen.

Pisa