Archiv der Kategorie: Traumstädte

Duomo – der Dom von Mailand

Mailänder DomEgal von welcher Seite man sich dem Mailänder Dom nähert, wenn man ihn plötzlich vor sich sieht ist man vor Faszination fast sprachlos. Nicht umsonst gehört der Duomo di Santa Maria Nascente, der Dom von Mailand, zu den berühmtesten Bauwerken Italiens und Europas.

Darüber hinaus zählt der Mailänder Dom mit seinen Maßen von 157 Metern Länge und 109 Metern Breite zu den größten Kirchengebäuden der Welt.

Schon von außen ist das imposante Bauwerk ein Ausdruck von Kunstfertigkeit und Machtanspruch seiner Erbauer. Betritt man den Dom, dann wird genau dies noch einmal mehr als nur bestätigt. Genau diese Demonstration von Machtanspruch hatte Herzog Gian Galeazzo Visconri im Sinn, als er diese Kathedrale gegen Ende des 14. Jahrhunderts in Planung gab.

Wenn man sich aber die verschiedenen Stilrichtungen anschaut, die man am und im Mailänder Dom finden kann, dann wird bewusst, dass dessen Bau weder in Jahren noch Jahrzehnten vollendet wurde sondern am Ende sogar ganze fünf Jahrhunderte dauerte.

ButzenscheibenMan mag versucht sein, sich alle Statuen des einmaligen Gebäudes anzuschauen, da jede davon in ihrer Art ein Meisterwerk der Kunst darstellt. Lassen sie sich aber versichtert sein, dass sie dies kaum in wenigen Tagen schaffen könnten. Immerhin gibt es um die 4000 Statuen am Mailänder Dom. Schauen sie sich trotzdem so viele davon an, wie sie und ihr Fotoapparat schaffen können.

Zu den schönsten Teilen des Doms gehören mit Sicherheit die riesigen farbenprächtigen Glasfenster, die für sich alleine schon den Besuch dieses prächtigen Bauwerks rechtfertigen. Man kann schon viel Zeit damit verbringen, nur allein die Reihen dieser Fenster mit ihren dargestellten Geschichten abzulaufen und sich der Faszination der Farben im Spiel des durchscheinenden Lichtes hinzugeben.

Nur wenigen Betrachtern fällt dabei auf, dass die Geschichten zum größten Teil nicht mehr vollständig sind, da sich die Butzenscheiben kaum noch an ihren originalen Plätzen befinden, nachdem sie teilweise zerstört oder zur Sicherheit entfernt wurden.

Planen Sie für den Besuch des Doms in Mailand einige Stunden ein, sonst haben sie kaum eine Chance, auch nur einen Bruchteil der faszinierenden Teile des Bauwerks zu sehen und zu verinnerlichen. Es wäre ohnehin überflüssig zu erwähnen, dass man Mailand nicht in einem Tag erkunden kann. Nehmen sie sich viel Zeit für diese Metropole und besonders den Dom.

Dom

 

 

Torre Pendente: Der schiefe Turm von Pisa

Torre Pendente
Man muss unweigerlich an ihn denken, wenn man den Namen Pisa hört: Der schiefe Turm der toskanischen Stadt im Herzen von Italien hat Pisa zu Weltruhm verholfen. Dabei war dies natürlich nicht die ursprüngliche Absicht des Bauherrn Bonanno Pisano, der dieses heute weltbekannte Gebäude im Jahr 1173 aufbaute. Als Glockenturm geplant sollte das Bauwerk einfach nur einen funktionellen Anspruch erfüllen. Aber schon kurz nach Baubeginn begann sehr sichtbar die Neigung des Turmes und so wurden die Bauarbeiten relativ schnell wieder eingestellt.

Giovanni di Simone, ein weiterer Baumeister, wagte erst im Jahr 1272 den Weiterbau des Turmes. Er setzte die neuen Stockwerke so auf, dass sie wieder lotgerecht zum Untergrund standen und erhoffte sich damit eine dauerhafte Stabilisierung und Begradigung. Leider waren die Arbeiten nicht von Erfolg gekrönt – schon nach kurzer Zeit zeigte sich, dass der Turm weiter an Schieflage zunahm.

TurmSo blieb der Turm über viele Jahrhunderte in einer Schieflage, die ständig eine Bedrohung für das gesamte Bauwerk darstellte. Erst gegen Ende des 20. Jahrhundert gelang eine Stabilisierung des Turmes, die wahrscheinlich eine Rettung des Gebäudes über einige Hundert Jahre bedeutet. Seit mehr als 10 Jahren können nun wieder Touristen den Turm von Pisa ersteigen, wobei man die Anzahl der gleichzeitig im Turm befindlichen Besucher auf 30 Personen begrenzt.

Es ist schon ein einmaliger Anblick, wenn man den Pisaer Turm erstmalig sieht. Wie die vielen anderen Touristen schießt man zahlreiche Fotos von dieser Sehenswürdigkeit. Oftmals vergisst man vor lauter Begeisterung für diesen Platz in Pisa, dass es natürlich noch zahlreiche andere schöne Plätze und Gebäude in der toskanischen Stadt gibt. Ein Bummel durch die kulturell interessante Stadt ist natürlich ein MUSS. Pisa ist eine typisch italienische Stadt, deren Flair durch reichhaltige Kultur, Kunst und nicht zuletzt durch viele junge Menschen bestimmt wird. Die Stadt pulsiert und die vielen Studenten verleihen Pisa einen viel moderneren Anschein, als es der schiefe Turm auf den ersten Blick geben kann.

Viel Spaß auf dem Weg in die Toskana. Sie werden den Ausflug nach Süden nicht bereuen und wir werden uns noch in vielen Städten dieser italienischen Region treffen.

Pisa

Venezianische Masken: Karneval in Venedig 2012

Karnevalskostüm in VenedigIn den Geschäften und Souvenirläden dieser italienischen Museumsstadt findet man sie das gesamte Jahr. Und sie werden von den Touristen, die Venedig besuchen, gern und viel gekauft. Die Rede ist von den Venezianischen Masken, die es dort in vielen Formen, Farben und Ausführungen gibt. Welcher Erstbesucher der Lagunenstadt verlässt sie wohl ohne nicht mindestens eine der Masken gekauft zu haben.

Außerhalb der Karnevalszeit sieht man aber kaum jemanden auf den Straßen von Venedig, der diese Masken zur Schau trägt.

Aber gerade diese kunstvollen und handwerklich hervorragend erstellten Masken machen den venezianischen Karneval zu einem der schönsten und interessantesten weltweit. Komplettiert wird die Maskenpracht durch ein venezianisches Kostüm, bei dessen Erstellung und Auswahl der Phantasie und Kreativität der Schneider und Träger keine Grenzen gesetzt sind.

Die Karnevalstage in Venedig bringen noch mehr Touristen in die Stadt, als ohnehin schon in den Saisonzeiten in Venedig weilen. Auf den bekannten Plätzen und Straßen der Stadt feiern, tanzen und singen kostümierte Menschen.

An den Tagen zwischen dem 11. – 21. Februar findet in diesem Jahr 2012 der Karneval in Venedig statt. Das diesjährige Motto des Venezianischen Karnevals lautet „La vita è teatro. Tutti in maschera“, was soviel heißt wie: „Das Leben ist ein Theater und jeder trägt eine Maske“.

Es wird allerdings mittlerweile fast unmöglich sein, auf die letzte Minute ein einigermaßen bezahlbares Hotel in oder um Venedig zu bekommen. Zu begehrt ist die Teilnahme an diesem außergewöhnlichen Ereignis.
Den Abschluss des närrischen Treibens in der Lagunenstadt bildet übrigens am 21. Februar 2012 eine nächtliche Regatta bei Kerzenschein auf dem Canal Grande.

Masken

Bamberg: Klein-Venedig mitten in Bayern

Verzierungen am Rathaus

Ich saß fasziniert vor der ZDF Reportage „Deutschland von oben“, die Mitte des Jahres 2011 in HD ausgestrahlt wurde. Im ersten Teil dieser Sendung konnte man tolle hochauflösende Aufnahmen aus einem Zeppelin sehen, der sich über verschiedenen Regionen Deutschlands befand.
Unter den Aufnahmen befanden sich auch Bilder von Bamberg.

 

Ich hatte schon viel über diese beeindruckende Stadt gehört, bin aber vor dieser Sendung nie selbst dort gewesen. Die Luftaufnahmen von Bamberg ließen keinen Zweifel an der Schönheit dieser alten Kaiser- und Bischofsstadt. Nicht umsonst wurde Bamberg im Jahr 1993 in die UNESCO-Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen.

Die ZDF Sendung war kaum vorbei, da stand die Planung für das darauffolgende Wochenende fest. Es geht in Richtung Bayern, nach Bamberg.

Rathaus

Es war ein wunderschöner Sommertag. Unser Stadtrundgang startete am Alten Rathaus, das im wahrsten Sinne des Wortes inmitten der Regnitz steht.

Das Bild des sprudelnden Wassers, das dieses Rathaus umspült, und die zahlreichen Touristen auf den Brücken – so sehen postkartenreife Aufnahmen von Bamberg aus.

Das Alte Rathaus wurde im 15. Jahrhundert als gotischer Bau errichtet und später im  18. Jahrhundert im barocken Stil erneuert. Vom Rathaus aus ist es nicht weit bis zur Inselstadt.

Klein-Venedig

Die „Inselstadt“ bildet einen Kernpunkt der Stadt, der eine besondere Fasination ausstrahlt. Diese nicht umsonst als „Klein-Venedig“ bezeichnete Region der Stadt besticht mit historischen Fassaden direkt am Wasser, dicht aneinander gedrängt und doch jedes Haus als solches ein Unikat und Zeuge vergangener Tage.

Man kann sich kaum an den vielen kleinen Details der Hausfronten und kleinen Gärten satt sehen.

Domberg

Ein ganz anderes Bild gibt der Domberg von Bamberg mit seinen grandiosen Bauwerken wie dem Dom, der Neuen Residenz, der Babenburg und der St. Michael Kirche. Es ist ein kleiner und kaum beschwerlicher Anstieg hinauf in die Bergstadt und man wird mit einem tollen Blick über Bamberg belohnt.

Bamberg, das war wie Liebe auf den ersten Blick. Verträumte Gassen, belebte Straßencafes, Rosen in allen Farben, Kanufahrer und Scharen von Enten auf den Kanälen, alte ehrwürdige Gebäude in der Altstadt und Brücken, die zum Verweilen über dem Wasser einladen.

Bamberg wird auch als fränkisches Rom bezeichnet und wenn man in die Stadt kommt, dann kann man verstehen, wo dieser Beiname herkommt. Mich haben Regionen der Stadt sofort an das französische Strasbourg erinnert, das ich besonders wegen der Kanäle und des besonderen Flairs liebe.

Der Besuch von Bamberg ist eine riesige Empfehlung wert, selbst wenn man nur einen Tag Zeit hat und natürlich nicht alle Sehenswürdigkeiten ansteuern kann. Sie gehört für mich zu den schönsten Städten Europas.

Bamberg

Ein Tag in Venedig

Venedig

Venedig – die Traumstadt mitten im Wasser. Es gibt kaum eine Stadt in Europa, deren Namen so viele Emotionen und Träume hervorruft wie diese Stadt im Herzen von Italien. Diese faszinierende Mischung aus Geschichte, Kultur, Kunst und Romantik gibt es nur an wenigen Plätzen unserer Welt. Kann man die Stadt umfassend erkunden, wenn man nur einen Tag für Venedig zur Verfügung hat?

Vor meiner ersten Reise nach Venedig vor vielen Jahren war ich eher in der Erwartung, dass vielleicht diese romantischen Vorstellungen einer Traummetropole beim ersten Besuch enttäuscht werden. Aber es trat nicht ein. Schon in den ersten Minuten des Bummels durch die schmalen Gassen, beim Überqueren der ersten Brücke über einem der über 175 Kanälen war ich gefangen von dem Zauber dieser Stadt.

Ich bin oft gefragt worden, wie lange man für eine Reise nach Venedig einplanen sollte. Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten, da ein jeder Besucher seine eigenen Vorstellungen und Ziele hat. Natürlich sollte man sich so viel Zeit in Venedig gönnen, wie man sich nehmen kann. Allerdings kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass auch ein kurzer Abstecher für ein bis zwei Tage, z.B. bei einer Rundreise durch Italien, sehr lohnenswert sein kann. Dabei muss man auch nicht unbedingt direkt in der Altstadt übernachten, da die Preise für Hotelübernachtungen besonders in der Hochsaison sehr hoch sind. Die Anfahrt zu den manchmal in kleinen Gassen gelegenen Hotels ist oft nicht einfach und das Tragen der Koffer kann sich dann doch zu einem kleinen sportlichen Ereignis entwickeln.

Deutlich preiswerter sind in der Regel Hotels auf dem Festland, z.B. in Mestre oder Campalto. Die Entfernungen nach Venedig betragen nur wenige Kilometer und die Bus- und Zugverbindungen in die Innenstadt von Venedig sind sehr gut.

Bei meinem letzten Besuch sind wir an einem sonnigen Oktobertag gegen 14 Uhr in Mestre eingetroffen, anschließend mit dem Linienbus nach Venedig gefahren und gegen Mitternacht wieder im Hotel in Mestre gewesen. In diesen 10 Stunden konnte man sehr viele Sehenswürdigkeiten sehen und Eindrücke sammeln.

Begleiten sie mich einfach kurz auf dieser Tour in einem Zeitraffer.

Mit dem Bus zur Piazzale Roma in Venedig

Kanal

Der Linienbus bringt uns bis zur Piazzale Roma, einem Platz am Rande des historischen Venedig. Schon die Anfahrt zur Lagunenstadt ist ein Erlebnis, besonders wenn es die erste Reise nach Venedig ist. Der Piazzale Roma ist ein belebter Platz – der Busbahnhof, der nahe Zugbahnhof und die Anlegestelle der Wassertaxis, alles kommt hier zusammen.

Der Platz ist der ideale Startpunkt für unseren Spaziergang durch Venedig.

Entspannter Bummel vom Piazzale Roma zum Piazza San Marco

Natürlich haben wir uns im Hotel eine Stadtkarte geben lassen, oder noch besser, wir haben uns bereits in Deutschland einen Stadtführer gekauft. Es gibt in Venedig, abgesehen von Wasserstraßen, nur eine einzige richtige Straße. All die anderen Wege sind Gassen, meist sehr romantisch und schmal.

An fast allen Kreuzungspunkten oder Ecken sind Schilder angebracht, die den Touristen die Wege zu den wichtigsten Punkten in Venedig zeigen. Daher muss man sich nicht zwingend an einen bestimmten Weg halten. Es ist am schönsten, wenn man sich auch ein wenig treiben lässt. Wirklich verirren kann man sich nicht.

Gassen und Brücken

Empfehlenswert ist ein Stadtbummel vom Busbahnhof zum Markusplatz, den man natürlich unbedingt bei einem Tagesausflug gesehen haben muss. Auf diesem Weg durch die Altstadt passiert man am auf halben Wege am besten die Rialtobrücke über dem Canal Grande.

Man kommt ohnehin unweigerlich über viele kleine Brücken, durch kleine Gassen, schönen Plätzen, an unzähligen Strassenrestaurants, wunderbaren alten Häusern und Fassaden vorbei. Es ist müßig, darüber zu philosophieren, welche davon am schönsten sind.

Rund um Rialto

Rialto

Der Rialto ist das Herz des Stadtteils San Polo. Dies ist die eigentliche Keimzelle des alten Venedigs. Von hier aus hat sich die Stadt erweitert. Neben dem Markt ist die Rialto-Brücke das Wahrzeichen dieses Teils von Venedig.

Kaum eine Postkarte von Venedig kommt ohne dieses Foto aus. Hier am Canale Grande kann man unzählige Boote und Gondeln beobachten oder einfach selbst eine Tour unternehmen.

Es ist nicht unbedingt billig, aber mehr Romantik können sie ihrer Partnerin an diesem Tag kaum bieten.

Je nach Weg und Verweildauer an einzelnen Plätzen muss man 2 – 3 Stunden bis zum Markusplatz einplanen.

Piazza San Marco – der Markusplatz

Der Markusplatz ist nicht nur das Herzstück des Stadtteils San Marco, er ist sicher auch der bekannteste Platz, der sich mit dem Namen Venedig verbindet. Man muss ihn gesehen haben, mit all den ehrwürdigen Gebäuden, den tausenden an Touristen und Tauben. Hier spürt man den Pulsschlag von Geschichte und Kultur, besonders wenn man die Chance hat, an einem Konzert der Klassik oder Moderne teilzunehmen. Aber selbst dann, wenn keine große Veranstaltung stattfindet, wird man besonders in den Abendstunden mit kleinen Konzerten an verschiedenen Punkten des Platzes unterhalten.

Man sollte auf jeden Fall einige Zeit am Abend an diesem faszinierenden Platz verbringen. Das Flair ist unbeschreiblich und wenn man, wie ich, noch ein Fotostativ dabei hat, dann gelingen vielleicht auch noch ein paar schöne Nachtaufnahmen.

Markusplatz

 

 

Nacht in Venedig

Den Rückweg zum Busbahnhof tritt man am besten mit einem der Linienschiffe an. Da diese alle paar Hundert Meter anhalten dauert dies zwar ein Weilchen, aber man kann sich dann den doch recht langen Fußweg ersparen.
Es endet ein wunderschöner Tag in Venedig.