Venezianische Masken heute: Vom Handwerk zur Kunst
Die venezianischen Masken sind nicht nur ein Symbol des Karnevals in Venedig, sondern auch ein faszinierendes Stück Kultur und Handwerkskunst. Sie haben eine lange Geschichte und sind bis heute ein zentraler Bestandteil des Festes. Hier sind einige spannende Details, die diese Masken so besonders machen:
Die Geschichte der venezianischen Masken
Die Tradition, Masken zu tragen, reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Ursprünglich dienten sie dazu, soziale Unterschiede zu verwischen – hinter einer Maske waren alle gleich, egal ob Adliger oder Bürger. Die Masken ermöglichten es den Menschen, sich anonym zu bewegen, was besonders während des Karnevals wichtig war, um sich von den strengen gesellschaftlichen Regeln zu befreien. Im 18. Jahrhundert wurden die Masken sogar so populär, dass die venezianische Regierung ihre Verwendung außerhalb des Karnevals verbieten musste, um Missbrauch zu verhindern.
Materialien und Handwerkskunst
Venezianische Masken werden traditionell aus Papiermaché oder Porzellan hergestellt. Die Herstellung ist ein aufwendiger Prozess, der viel Handarbeit erfordert:
- Papiermaché-Masken: Diese werden aus mehreren Schichten Papier und Kleister geformt, getrocknet und dann bemalt. Sie sind leicht und bequem zu tragen, was sie ideal für den Karneval macht.
- Porzellan-Masken: Diese sind besonders edel und werden oft für besondere Anlässe wie Maskenbälle verwendet. Sie sind schwerer, aber auch langlebiger und werden oft als Kunstobjekte gesammelt.
Die Masken werden mit Gold, Silber, Acrylfarben und anderen Materialien verziert, um ihnen einen opulenten Look zu verleihen. Oft werden sie mit Federn, Perlen, Spitzen oder anderen Verzierungen kombiniert, um sie noch eindrucksvoller zu gestalten.



Beliebte Maskentypen und ihre Bedeutung
Jede Maske hat ihre eigene Geschichte und Symbolik. Hier sind einige der bekanntesten Typen:
Bauta: Eine der bekanntesten Masken, die das gesamte Gesicht bedeckt. Sie besteht aus einer weißen Larvenmaske, die mit einem schwarzen Umhang (genannt „tabarro“) und einem dreieckigen Hut („tricorno“) kombiniert wird. Die Bauta war besonders beliebt, weil sie es dem Träger ermöglichte, zu essen, zu trinken und zu sprechen, ohne die Maske abzunehmen.
Colombina: Eine halbgesichtige Maske, die nur die Augenpartie bedeckt und oft mit Federn, Gold und Glitzer verziert ist. Sie wurde nach einer Dienerin aus der Commedia dell’Arte benannt und ist besonders bei Frauen beliebt.
Moretta: Eine ovale Maske aus schwarzem Samt, die ohne Bänder gehalten wird – der Träger hält sie mit einem Knopf zwischen den Zähnen fest. Diese Maske war im 18. Jahrhundert besonders bei Frauen beliebt, da sie als besonders geheimnisvoll galt.
Arlecchino (Harlekin): Eine bunte, diamantförmige Maske, die aus der Commedia dell’Arte stammt. Sie ist oft mit einem bunten Kostüm kombiniert und symbolisiert den schlagfertigen, aber etwas tollpatschigen Harlekin.
Pantalone: Eine Maske mit einer langen, gebogenen Nase, die einen geizigen, alten Kaufmann darstellt. Auch diese Figur stammt aus der Commedia dell’Arte.
AnzeigeVenezianische Masken heute
Heute sind venezianische Masken nicht nur ein Accessoire für den Karneval, sondern auch begehrte Sammlerstücke und Kunstwerke. Viele Handwerker in Venedig stellen die Masken noch nach traditionellen Methoden her und bieten sie in ihren Werkstätten oder auf Märkten an. Besonders in der Calle dei Saoneri und in der Nähe der Rialto-Brücke findet man viele kleine Läden, in denen man Masken kaufen oder sogar selbst bemalen kann.
Wer während des Karnevals eine Maske trägt, taucht nicht nur in die Tradition ein, sondern wird selbst zu einem Teil des magischen Spektakels. Egal, ob man sich für eine klassische Bauta, eine verspielte Colombina oder eine aufwendig verzierte Maske entscheidet – jede Maske erzählt ihre eigene Geschichte und verleiht dem Träger eine Aura von Geheimnis und Eleganz.
Tipp für Besucher: Wer eine Maske als Souvenir mitnehmen möchte, sollte auf handgefertigte Stücke achten. Sie sind zwar etwas teurer, aber auch viel hochwertiger und einzigartiger als die Massenware, die man an vielen Ständen findet. Ein Besuch in einer traditionellen Maskenwerkstatt lohnt sich nicht nur für den Kauf, sondern auch, um die Handwerker bei der Arbeit zu beobachten!
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